| Pressebericht: Backnanger
Zeitung 15.04.2003 |
Nachfrage steigt ständig Winnenden (mk) – Bereits der zweite Kurs für Gebärdensprachdolmetscher beginnt in diesen Tagen beim Winnender Institut für Gebärdensprache in Baden-Württemberg. Ein Dutzend Studenten widmen sich für zwei Jahre intensiv dem Erlernen der deutschen Gebärdensprache, die seit der Neuerung des Sozialgesetzbuches im Jahr 2000 als eigenständige Sprache anerkannt ist. Seither steigt die Nachfrage an Dolmetscherleistungen für gehörlose Menschen bei Ämtern, Gerichtsverfahren oder Fortbildungen. Die Nachfrage ist so groß, dass bereits die Studenten des ersten Kurses, die ihren Abschluss erst im Juni machen werden, seit Monaten für Dolmetschereinsätze angefragt werden. „Unser Konzept, das in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen entstand, hat die Praxisprobe bestanden“, so Rita Wagner, Geschäftsführerin des Instituts. Seit über zehn Jahren leitet sie die Dolmetschervermittlungszentrale in Stuttgart. Bei so viel Erfolg bleibt als Wermutstropfen, dass „Gebärdensprachdolmetscher“ noch kein anerkanntes Berufsbild ist. Die Gesellschafter des Instituts (der Landesverband der Gehörlosen e.V. und die Paulinenpflege Winnenden e.V.) leisten deshalb freiwillige Zuschüsse zur Ausbildung, damit dieser für die Teilnehmer finanzierbar wird. Auch das Sozialministerium unterstützt das im Jahr 2000 gegründete Institut. „Wir hoffen auf baldige Anerkennung des Berufsbildes“, so Dr. Werner Vollmer, Geschäftsführer der Paulinenpflege. Inzwischen hat auch das Kultusministerium am Angebot des Instituts Interesse bekundet. Es wünscht, dass die Gebärdensprachkompetenz der im Lande tätigen Gehörlosenlehrer verbessert wird und hat das Institut beauftragt, spezielle Bildungsgänge anzubieten. Geplant sind auch Ausbildungsangebote für Mitarbeiter großer Behörden, die eigene Gebärdensprachbeauftragte vorhalten wollen. Weitere Auskünfte bei der Geschäftsführerin Rita Wagner Tel: 07195-695-1197. |
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